Friedrich II. - Die Denkmäler

Foggia

von Alberto Gentile

Es wird allgemein angenommen, daß der Stauferkaiser üblicherweise während der meisten kälteren Monaten in Foggia und in der übrigen Capitanata zu weilen pflegte. Während des Sommers hielt er sich in Ortschaften auf, in denen die Hitze nicht so groß war, die aber nicht sehr weit vom Tavoliere, der apulischen Hochebene, entfernt lagen. Eberhart Horst schreibt: "Das heutige Apulien und die Capitanata spiegeln nur ein sehr blasses Bild ihrer früheren bukolischen Schönheit wieder: nachdem die Wälder abgeholzt, die Flüsse und die vielen Seen trocken gelegt wurden... sind heute die meisten einst reich bewaldeten spitzen Hügeln, öde oder von trockenem Gestrüpp überwuchert. Wo sich früher Hirsch- oder Rehherden mit Bären und Wildschweine abwechselten, grasen heute nur genügsame Schafe oder Ziegen. Foggia und Lucera waren von dichten Eichen-, Buchen-, Eschen- und Ulmenwäldern umgeben".

Im Jahre 1223 errichtete Friedrich II in Foggia nach Plänen des Architekten Bartolomeo da Foggia einen herrlichen Palast. Man ist der Auffassung, der Palast hatte sich auf einer breiten Ebene ausgebreitet, wahrscheinlich in der Nähe der heutigen Via Arpi, uns er sei mit clicca sull'immagine per ingrandire - Mappa di Foggia (locazione Castiglione) Gärten, Brunnen und Statuen geschmückt gewesen, die Innenräume sollen aus weiten, mit kostbarem Marmor ausgekleideten Sälen bestanden haben und Marställe, Lagerräume und Stallungen sollen auch angegliedert gewesen sein. Die Vorliebe von Friedrich II für Foggia und für die Capitanata war so stark, daß er, als ihm die Tore zur Stadt nach dem Bruch mit der Kirche für kurze Zeit verschlossen blieben, mit tiefstem Schmerz gesagt haben soll: "Fogia, cur me fugis, cum te fecit mea manus? "

Stadtplan der alten Stadt Foggia (Ortsteil Castiglione) aus "Atlante delle Locazioni" von A. Di Rovere, Staatsarchiv Foggia

Foggia nämlich war, bevor Friedrich die Stadt zu seinem "bevorzugten Sitz" wählte, eine sehr kleine, unbekannte Ortschaft. Von besagtem Palast sind heute nur noch ein Portal und eine Inschrift erhalten: Das Portal, 7,38 Meter hoch und 3,20 Meter breit, besteht aus einem mit feinem Akanthusblättermuster verziertem Bogen, der von zwei Kapitellen in Adlergestalt getragen wird. Die Inschrift besteht aus fünf Reihen. Erwähnt wird das Errichtungsdatum des Palastes (Juni 1223), die Jahre der Herrschaft und des Kaiserreiches Friedrichs II. Erwähnt wird außerdem der Protomagister Bartolomeo, der den Palast entwarf und die Arbeiten überwachte. Auf der Inschrift steht auch, daß Foggia als bevorzugter Kaisersitz gilt.

 

Portal des ehemaligen Kaiserpalastes in Foggia. Das Portal befindet sich in einer Seitenwand des städtischen Museums in Foggia.

Abschrift:

Sic Cesar fieri iussit opus istum Proto (magister) Bartholomeus sic construxit illud.

Anno ab incarnactione MCCXXIII mense junii, XI indictione, regnante domino nostro

Federico Imperatore Romanorum semper Augusto Anno III et rege Siciliae anno XXVI

hoc opus felicit(er) inceptum est p(er)phato d(omi)no p(omi)no p(re)cipie(n)te.

Hoc fieri iussit Fedricus Cesar ut ubis sit Fogia regalis sede inclita imperalis.

Viele gezeichnete und geschriebene Überlieferungen sind uns heute bekannt, die von diesem Palast zeugen, darunter auch eine aus dem Jahre 1703 von Pacichelli. (Monsignore und Illustrator, der Anfang des 18. Jh., im Auftrag des  Königs von Neapel, die Städte des Reiches in Halbprospektive zeichnete. - Anmerkung der Übersetzerin)

(siehe dazu auch Stadtplan Foggias von Pacichelli)

Ein weiterer Sitz Friedrichs II, San Lorenzo in Carmignano, wurde in Partano, in der Nähe des Incoronata-Waldes errichtet; er war mit Gärten und Wasserspielen versehen und verfügte über ein Vivarium und einer umzäunten Parkanlage für Wild und exotische Tiere. Hier hatte der Normanne Robert Guiscard die Kirche von San Lorenzo in Carmignano errichtet. Der Kaiser beobachtete auf diesem Landsitz gerne Vögel und andere Tiere, unter denen auch größere Raubkatzen gewesen zu sein sollen.

Im Museum in Foggia befindet sich ein goldener Augustalis, eine Münze, deren Prägung auf die Zeit des Stauferkaisers  zurückgeht. Das in Foggia aufbewahrte Münzstück wurde nach 1231 in der Münzanstalt von Brindisi geprägt und wurde dem Museum vom Wissenschaftler Carl. A. Willemsen vermacht. Die Münze wiegt 5,20 g bei einem Durchmesser von 20mm.

Augustalis Friedrichs II

Die "Augustalis diente außer dem üblichen Zwecken aller Münzen, dazu, das Bild des Kaisers als Nachfolger von Caesar Augustus zu verbreiten. Diese Münzen ähneln sehr denen aus Zeiten Augustus: Auf der einen Seite befindet sich das Bild Friedrichs II im Kaisergewand mit dem Lorbeerkranz auf dem Kopf, wie die römischen Kaiser. Die Inschrift lautet: IMP(erator) ROM(anorum) CAESAR AUG(ustus). Die Rückseite beherrscht ein Adler (Symbol sowohl der römischen als auch der staufischen Kaiser) und die Inschrift FRIDERICUS.

Copyright  ©2002 Alberto Gentile

Deutsch von Claudia Litti


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