Thodoros Ioannidis: Friedrich II. Das Staunen der Welt. [ΘΟΔΩΡΟΣ ΙΩΑΝΝΙΔΗΣ ΦΡΕΙΔΕΡΙΚΟΣ Β´ - ΤΟ ΘΑΥΜΑ ΤΗΣ ΟΙΚΟΥΜΕΝΗΣ] Kurze Einführung von Alberto Gentile.
Joannidis' Buch hat in Griechenland erst mal einen für das einschlägige Genre beachtlichen Erfolg eingefahren, ca. sechs tausend verkaufte Exemplare! Das ist recht bemerkenswert insbesondere für ein Land, in dem Friedrich II. kaum bekannt ist. W. Eistermeier, der das Werk in der Homepage www.stupormundi.it entdeckt hat, erhält in jeder Hinsicht meine Unterstützung für seine Bemühungen, den Besuchern von stupormundi.it wenigstens anfängliche Inhalte des Buches "Freiderikos B`" bekannt zu machen, das bis heute leider nur in der Ausgabe des griechischen Originals existiert. Ein Neugriechisch übrigens, das nach den eigenen Worten des Autors auch bewusst Ausflüge ins Byzantinische unternimmt und einiges an griechisch- und lateinsprachigen Archaismen enthält, sich dabei über gewisse Bereiche der neugriechischen Literatur lustig macht und alle jene ins Lächerliche zieht, die in Erwartung der Wiederkehr eines Königs weiterhin von der Wiedereroberung Konstantinopels träumen.
Auszugsweise Übersetzungen aus dem Neugriechischen: Thodoros Ioannidis: Friedrich II. Das Staunen der Welt. [ΘΟΔΩΡΟΣ ΙΩΑΝΝΙΔΗΣ ΦΡΕΙΔΕΡΙΚΟΣ Β´ - ΤΟ ΘΑΥΜΑ ΤΗΣ ΟΙΚΟΥΜΕΝΗΣ]
Vorbemerkung: Ioannidis selbst bemerkt, dass sein Werk erzählend, im Romanstil, abgefasst ist, historisch aber treu und nicht in der Art der heute üblichen historischen Moderomane. Seine historischen Recherchen dürfen als ausgesprochen akribisch bezeichnet werden.
[Auszüge nach Eigennamen gegliedert]
Ioannidis schreibt, dass während des Zweiten Weltkriegs nach der Seelandung der Amerikaner auf Sizilien die Deutschen begannen, sich aus dem Garten [περιβόλι] des Kaiserreichs zurückzuziehen und vor ihrem Rückzug aus Neapel mit teutonischer Methodik für die Zerstörung zehntausender Seiten von Dokumenten aus der kaiserlichen Kanzlei sorgten, die an der Universität der Stadt, von Friedrich II. 1224 gegründet, aufbewahrt waren.
Konstanze von Altavilla: Ioannidis schreibt, Konstanze sei bei der Geburt Friedrichs sicher über die 40 gewesen. Böse Zungen behaupteten, sie hätte Jahre – und nicht wenige – unterschlagen, und dass der Knabe nicht von ihr sein könne. Ebenso entspreche es nicht der Wahrheit, dass sie das Kind in einem Zelt inmitten des Marktplatzes in Jesi vor einer großen Menge weltlicher und geistlicher Zeugen geboren habe und die Kaiserin kurz vor der Geburt von einer Stadt zur anderen gelaufen sei und hierbei ihre voller Milch prallenden Brüste vorgezeigt habe.
Palermo: Die Griechen nannten es Pànormo, nämlich Ankerplatz für alle Schiffe bei jedem Wetter. Bei den Arabern hieß es Balerm. Das Palermo der Italier, der strahlendste Edelstein im Königreich der beiden Sizilien. Allein die Königsstadt am Bosporus konnte sich mit Palermo an Reichtum und Schönheit messen.
Die Staufer (Hohenstaufer): Die Staufer beschreibt Ioannidis aus dem Munde des Mönches Souplikios [Σουπλίκιος] - eine Phantasiegestalt des Autors – der bereits dem jungen Friedrich eine grenzenlose Verehrung entgegenbringt. Hierbei verachtet er mit verbissenem Misstrauen jeden, der anderen Sinnes als Er ist, insbesondere jede Art von Papst. So spricht Souplikios von den Staufern als Deuter der Abstammung des jungen Friedrichs in der folgenden Art und Weise: "Hohenstaufen [το Χοενστάουφεν] bedeutet Hohes Staufen [Υψηλό Στάουφεν], das heißt, dass das Vaterland Ihrer Vorfahren sich in den Hohen Bergen befindet. Einige der Ihren werden auch einfache Staufer [σκέτους Στάυφεν] genannt. Da müssten wir aber noch weiter hinten beginnen. Der erste Staufer war Konrad von Schwaben, der mit Heinrich von Bayern kämpfte dessen Onkel der Welf { Γουέλφ} war. Und ich habe meine Gründe, warum ich den Welf erwähne. Die Ihren hatten die Herrschaft über ein Dorf mit Namen Waiblingen [Βάιμπλίγκεν]. Jedes Mal wenn die Schlacht begann, schrieen die Feinde "Vorwärts Welfen!", während die Ihren "Vorwärts Waiblinger!" schrieen. So kam es zu den Welfen und Waiblingern bzw. Gibellinen, von denen nur der Allmächtige zu ahnen wusste, wie lange sie sich noch bekämpfen würden. Andere wieder behaupteten, dass, sollten die Staufer siegen, die Besiegten das Versprechen hätten, dass im Falle der Übergabe der Festung Weinsberg [Βάινσμπεργκ] keine Frauen getötet würden. Jeder einzelnen Frau wurde darüber hinaus gewährt, das mit sich zu nehmen, was sie als Wertvollstes schätzte. Und so trug jede der Frauen auf ihrem Rücken den eigenen Mann davon. Freilich kann das auch nicht wahr sein, sicher ist aber, dass man sich einigte und die Kämpfe aufhörten, als Konrad zum Kreuzzug aufbrach. Wäre er doch, mein Fürst, nie dazu aufgebrochen! Schwarze Tage waren dies für die Staufer. Der König kehrte besiegt zurück. Vielleicht war es nicht der Wille Gottes, dass die Staufer die Heiligen Stätten gewinnen sollten. Ihr aber, mein Fürst, tragt den Namen Ihres Großvaters, des großen Friedrich I., der den Thron im Alter von dreißig Jahren bestieg. Soviel man in Erfahrung bringen konnte, war er alles andere als großwüchsig, er hatte strohblonde Haare und einen roten Bart, weshalb wir ihn Barbarossa [Μπαρμπαρόσα] {Rotbart} nennen. Sein Name Friedrich, den wir Federico nennen, bedeutet Der Herr des Friedens [Ο Κύριος της Ειρήνης], ungeachtet der vielen Kriege, die er führte. Glücklicherweise hat der Allerheiligste Vater aus Rom Ihnen seine Liebe und den Schutz der Heiligen Mutter Kirche gewährt. Wäre dem nicht so, so müssten wir in den Zeiten die herrschen wohl oder übel fürchten, dass irgendwann irgendein Jude den Thron des Heiligen Petrus besteigt»! Der Mönch Souplikios hielt inne und seufzte. Der junge Friedrich kam zurück, sah ihn an und fragte seelenruhig: "Bruder Souplikios, und der Heilige Petrus, was das kein Jude?" Da Friedrich in Schweigen verharrte, fuhr Souplikios fort: "Ihr Vater aber" - der Mönch nahm gar nicht wahr, dass er seit geraumer Zeit verärgert zum König sprach, und zwar im Singular – "da ja ausschließlich er und sein deutsches Volk die gesamte christliche Welt beherrschen wollte, wusste, dass es unmöglich war, die Existenz eines zweiten Imperiums zu dulden. So forderte er mit den Rechten seiner normannischen Gemahlin auch von den Völkern des Orients jene vom Peloponnes bis Thessaloniki durch ihre Vorfahren eroberten Gebiete ein. In Konstantinopel herrschte zu jener Zeit dieser Halsabschneider Kaiser Alexios III. Dein Vater schickte Botschafter zu ihm, forderte eine Menge Geld, Kriegsvolk und Waffen. Den Orientalen trat er mit Arroganz entgegen, so als wäre er der Fürst der Fürsten und der König der Könige. So bürdete Alexios den Seinen eine grässliche Steuer auf, für die er die Bezeichnung 'deutsche! Steuer' einführte. Um ordentlich das Geld zusammenzuscheffeln sah der Unglückliche sich genötigt, zusätzlich noch die bereits verblichenen Kaiser zu berauben. Er öffnete viele Gräber und schrak auch nicht vor der Plünderung des Grabes Konstantins des Großen zurück".
Innocenz III.: Innocenz aber war vor der großen Synode ein von völliger Erschöpfung gezeichneter Mann. Mehr als grämlich pflegte er seinen Freunden zu sagen: "Ich hatte nie genügend Zeit, mir über das Überweltliche Gedanken zu machen. Ich erschöpfte mich im Leben der anderen und bin mir somit selbst fremd". Im Juli 1216 befand sich Innocenz in Perugia. Dorthin war er aufgebrochen, um den berühmten Prediger Jakob von Vitry zu begegnen und vom Papst den Rang eines Bischofs zu erlangen. Jakob traf am 17. des Monats in Perugia ein, allerdings glücklos, denn Innocenz hatte gerade am Vortag den letzten Atem ausgehaucht. – Traurigen Herzens begab sich der Prediger in die Kirche, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Beim Eintritt in die Kirche schlug ihm ein schrecklicher Gestank entgegen, der ihm den Atem stocken ließ. Als er nähertrat bemerkte er, dass die Leiche sich durch die vorherrschende Hitze bereits in einem fortschreitenden Zustand der Verwesung befand. Und als genügte dies nicht, sah Jakob betrübten Herzens, dass der Tote in nahezu völliger Nacktheit vor ihm lag. Während der Nacht hatten Innocenz Unbekannte seiner wertvollen Priestergewänder, die ihn in das Grab begleiten sollten, beraubt. Der mächtigste Mann seiner Zeit verfaulte einsam und verlassen ohne jeden Ornat. Im Text, mit dem der unglückliche Prediger die Szene beschrieb, philosophiert er mit deutlicher Betonung darüber "wie kurzlebig und trügerisch Glanz und Ruhm dieses Erdendaseins sein können".
Friedrich und die Araber: Ioannidis beschreibt eine Szene, nach der Friedrich das erste Mal in den Laden des Kaufmanns Abu Al Hussein Ibn Charunt eingetreten ist. Der Knabe stand aufrecht vor dem Araber und fragte: "Bist du Abu Al Hussein Ibn Charunt?" Der Araber ergibt sich in einigen (kritischen) Betrachtungen über seine Vorfahren, spricht von der Größe Rogers II., der nicht nur den Sarazenen Hilfe bot, sondern auch den Juden, den Griechen und den Einheimischen. Möglicherweise habe er die Menschen aus dem Norden nicht gemocht, die ger-man, ein Wort, zu dem die Bezeichnung Menschen mit Pfählen oder Kämpfer, die laut schreien, passt. Andere wieder nennen sie auch Αλε-μάν [ale-man], was die anderen, die verschieden sind, heißt. Der Araber schließt seine Betrachtungen mit der Metapher: "Mein Fürst, ein mit Büchern beladener Esel ist nicht weise". [Diese Übersetzungen umfassen 43 Seiten von 520 des Buches und sollen nach Möglichkeit fortgesetzt werden]. Copyright ©2006 Waldemar Eistermeier
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