Lucera

von Alberto Gentile

In die Richtung des daunischen Subappenin 18 Kilometer von Foggia entfernt befindet sich Lucera, wo wir die Schwäbisch-Anjouische Burg, die Kathedrale, die Kirche des Heiligen Franziskus und das römisches Amphitheater.von I. Jhd. v. Ch. besuchen können.

Ein prächtiges Palast wurde in Jahre 1233 in Lucera, auf einer Hügel, wo die Römer ihre Akropolis in einer leicht zu verteidigenden Lage errichtet hatten, gebaut. Der Palast wurde auf die Grundmauer einer zerfallenen romanischen Kathedrale und erschienen wie ein mächtiger Turm mit noch heute erhaltenem quadratischem Fundament. Der Bau war dreistöckig mit der Hofseite und der Innenseite des dritten Stockes in achteckiger Gestaltung (s. Abbildung der Burg von C. A. Willemsen). Solche Eigenscheaften zeigen Änlichkeiten zu Castel del Monte. Auf drei Stockwerke verteilten sich 32 Räume für den Hof und die Kaiserwohnung. In der unterirdischen Räumlichkeiten war die Garnison untergebracht.

Eine Arkade mit blinden Bögen umsäumte auf halber Höhe den Hof; rautenförmige und runde Öffnungen wechselten sich mit Spitzbogenfenstern. Eine 14 Meter tiefe Cisterne sicherte die Wasserversorgung; ein viereckiger Sockel, 43 Meter lang und derieinhalb hoch erhöhte die Galerie, neun Schießscharten pro Seite ließen den Bau wie ein Bunker aussehen. Da der Palast ursprünglich keine Außenzugänge hatte, d. h. kein Eingangstor auf Straßeebene, stellt sich die Frage, wie man hineinkommen konnte. Man kann annehmen, daß um ins palatium hineinzugelangen, ein Treppensystem verwendet wurde, die von oben gesenkt wurden. Eine viel reizvollere Möglichkeit wäre die, der Benutzung von unterirdischen Gängen, die durch in diesem Jahrhundert stattgefundene Funde unterirdischer Gänge neben dem Bau seitens englicher Archäologen unterstützt wird. Diese sehr originelle Lösung läßt uns denken, man hätte sie gewählt, um den Bau von außen ungreifbar zu machen, wodurch die Wichtigkeit dieser Burg indirekt bestätigt wird.

Palast von Friedrich II. in Lucera – Nachbau von C. A. Willemsen, Außenansicht. Die obere achteckige Öffnung erinnert an Castel del Monte.

Es handelte sich um einen prunkvollen Sitz, in dem die staatliche Münze und Teil des Kaiserschatzes aufbewahrt wurden. Einige Historiker sind der Meinung, daß ein Teil des Palastes als Harem diente, was uns uns manches über die Gewohnheiten dieses Herrschers verrät. Von der Burg bleiben wenige Ruinen erhalten, die sich innerhalb der Festung befinden, die Karl von Anjou zwischen 1269 und 1283 errichte ließ.

 

Palast von Friedrich II. in Lucera – Nachbau von C. A. Willemsen, Innenansicht. Die achteckige Wand des dritten Stockwerkes ist leicht zu erkennen. Auf drei Stockwerke verteilten sich 32 Räume in denen Hof und Kaiserwohnung sich befanden. Die unterirdiche Räumlichkeiten beherbergten die Garnison.

 

Zu dieser Zeit wurde eine größere Anzahl Sarazenen, die in Sizilien aufsässig geworden waren, nach Lucera ungesiedelt. Si wurden zuverlässige Krieger und tüchtige Handwerker, erhielten die Möglichkeit, die eigenen Sitten und die eigene Religion weiter zu pflegen. Lucera wurde auf Arabisch „Lugerash", und dort wurde eine echte Moschee gebaut, daran störte sich die Kirche gewaltig. Die Sarazenen wurden nach dem Tod von Friedrich II. ausgerottet und die Moschee wurde durch Karl von Anjou zerstört, der an gleicher Stelle eine neue Kathedrale, der Heiligen Maria gewidmet errichten ließ.

Luftaufnahme der Staufen- Anjouischer Burg in Lucera. Auf der Innenseite befinden noch Teile des viereckigen Kaiserspalastes von Lucera. Außen die Mauer mit den Türmen, die Karl I. von Anjou errichen ließ.

 

Copyright  ©2002 Alberto Gentile

Deutsch von Claudia Litti


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