Die normannischen Ursprünge Friedrichs II

von Angelo Gambella

Nachdem die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen gesellschaftlichen Schichten und verschiedenen Bevölkerungen, die jahrzehntelang gewütet hatten, abgeklungen waren, blühte während der zweiten Hälfte des XI Jahrhunderts das Normannische Reich in Süditalien auf.

Ausschnitt der Gobbelins von Bayeux, kurz nach der Schlacht von Hastings (1066) entstanden, durch die Wilhelm der Eroberer König von England wurde. Darstellung der Normannen während der Landung.

 

Auf der gesamten italienischen Halbinsel,  in Apulien wie in Kampanien, in den Abruzzen und in Kalabrien, überall entstanden neue öffentliche Gebäude und neue Kathedralen, die oft im Auftrag reicher Gemeinden gebaut wurden.
Davon zeugen auch Erzählungen arabischer Reisender, die in Palermo zum Hof von König Wilhelm I. (1154-1166) und dessen Sohn Wilhelm (1166-1189) empfangen wurden, und die die Schönheit und Pracht der sizilianischen Städte besagen.

Aber das schöne Königreich, von Rüdiger II so mühsam errichtet, bröckelte nach und nach

"Christus krönt König Rüdiger" Mosaik in der Kappelle der Martorana in Palermo (Mitte XII Jhdt.).

 

 Rüdiger II in demütiger Haltung, erhält seine Macht direkt von Christus.

 

1177 hatte Wilhelm II. Johanna, die Tochter des englischen Königs geheiratet, und alles deutete darauf dahin, dass er zu seinem Schöpfer heimkehren würde, ohne einen Thronerben zu hinterlassen Wenig später endete nach dem Tode des Papstes Alexander III (1181), die papstfreundliche Politik der sizilianischen Krone zugunsten einer Allianz mit dem schwäbischen Hause. Aus diesem Grunde heiratete Konstanze von Hautville Wilhelms Schwester, 1186 Heinrich, den Sohn Friedrich  Barbarossas in der Hoffung, der königlichen Familie in jedem Falle ebenbürtige Nachkommen zu schenken.

Es handelte sich um einen glücklichen Zug, denn gerade drei Jahre später, 1189, endete die glorreiche normannische Epoche mit dem Tode Wilhelms II, der  von Pietro aus  Eboli folgendermaßen geehrt wurde: „...nach des Koenigs unglückbringenden Krankheiten, nach seinem traurigen Tode, während die Sonne unterging, regnete es in den dunklen Nacht ".

Im Jahre 1191 ging Heinrich VII,. der als Kaiser gekrönt wurde, nach Süditalien, um sich den Ansprüchen die Tankred, ein weiterer Hautville, über die sizilianische Krone erhoben hatte, zu widersetzen. Nach dessen Sieg 1194 verwirklichte er durch die Heirat mit Konstanze das „unio regni ad imperium“ - die Einigung der kaiserlichen mit der sizilianischen Krone. Und genau im Jahr 1194, am 26. Dezember, gebar Konstanze, die unterwegs nach Sizilien war um ihrem Manne dorthin zu folgen,  in einem Zelt mitten auf einem Platz in Jesi ein Kind, das von sich reden machen sollte. Ihm wurden die Namen Friedrich Rüdiger gegeben, um an seine schwäbische und normannische Anstammung zu erinnern. Kurze Zeit danach genügte sein erster Name, um jedem auf der ganzen, damals bekannten Welt das Fürchten zu lehren, der es gewagt hätte, sich ihm in den Weg zu stellen. Es war der „Stupor Mundi“.

Zur Vertiefung des Themas konsultieren Sie bitte folgende Web-Seite:

Die Normannen des SüdenS  

Deutsch von Claudia Litti

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