Denkmäler und archäologische Stätten Friedrichs II

Auf den Spuren des Kaisers

 

Zusammenfassung 

Die Schloesser, Residenzen und das

„ Statutum de Reparatione Castrorum“

Castel del Monte

Foggia

Lucera

Das Palatium Friedrichs II in Lucera

Apricena, Provinz Foggia – Domus Precina

Castrum Paganum und Domus Precina

Heilige Maria der Teutonen

Das Schloss Monte Sant’ Angelo

Die archäologische Grabungsstätte

Fiorentino Torremaggiore, Provinz Foggia

Bari

Gioia del Colle

Brindisi und Oria

Barletta

Gravina

Trani

Die Kathedrale von Altamura

Termoli, Provinz Campobasso

Das Schloss von Melfi

Das Schloss von Lagopesole

Die Schlösser Siziliens

Sonderbericht über das Schloss von Siracusa

Das Kaiserschloss von Prato

Nützliche Infos zum Besichtigen der Schlösser Friedrichs

Deutsch von Claudia Litti

 

Friedrich II, in dessen Adern deutsches und normannisches Blut floß, und der per Zufall in Jesi geboren wurde, betrachtete sein Leben lang Italien als seine eigentliche Heimat. Er fühlte sich zu Italien durch das milde Klima, die menschliche Wärme, die dortigen Lebensgewohnheiten und nicht zuletzt durch die Erinnerungen an die Zeit seiner Jugend verbunden, die er in Palermo, in einer spannungsreichen und anregenden Umgebung verbracht hatte. Die Stadt Palermo bezeichnete er später als pupilla oculorum nostrorum.

Als er bereits erwachsen war,  wanderte sein Hof stets durch die verschiedenen Gegenden des Reiches. Trotzdem wählte er seinen offiziellen Amtssitz in Apulien, und ließ den Kaiserpalast in Foggia errichten.

In der ganzen Region spürt man noch heute den kulturellen Einfluß des Staufenkaisers. Seine offene und tolerante, von höchster Spiritualität und Heiterkeit geprägte Art, ein unverwechselbarer Geist, der am stärksten in den Schlösser und Palästen, in den Festungen und in den Kathedralen zu spüren ist, die von Friedrich II. errichtet oder umgestaltet wurden und den unterschiedlichsten Zwecken dienten: Von der Meditation bis zur Jagd, von Sitzungen der Regierung bis in zu  wissenschaftlichen Diskussionen, zu Trinkgelagen…

Mit Vorliebe errichtete der Kaiser Paläste  oder ließ Paläste umbauen, die nicht zu kirchlichen Zwecken dienten oder die militärisch bedeutsam waren. Dabei zeigte er ein größeres Kunstgefühl als seine normannischen Vorfahren: Es entstanden so die Schlösser und Burgen in Gioia del Colle, in Brindisi, in Oria, di Fiorentino, in Lucera, ganz zu schweigen von Castel del Monte.

Diese Vorliebe wurde ihm sogar von seinem treusten Untertanen vorgeworfen, Tommaso Giustiziere di Gaeta, der der Überzeugung war, es gäbe „nur eine Burg, die wirklich nie erobert werden könne: Die Liebe der Untertanen". Dieser schrieb ihm: "Es wäre würdiger für Eure Majestät gewesen, wenn die ersten von Euch errichteten Werke, denjenigen huldigen würden, dem Ihr die eigene Existenz zu verdanken habt".

Jene Vorwürfe, zusammen mit denen Papst Gregors IX., der ihn wegen der Untaten der Sarazenen in Lucera bestürmt, waren der Grund dafür, dass er im Jahre 1232  der Errichtung der Kirche mit der Widmung Mariae Himmelfahrts in Altamura zustimmte. Die Kirche wurde innerhalb der Stadtmauern der neuen Siedlung Altamura gebaut und ist  eine der größten und prunkvollsten Apuliens. Was die Zerstörung der Kathedrale von Lucera durch die Sarazenen anbelangt, so entschuldigte er sich beim Papst. Er sagte, er trüge dafür keine Schuld, und fügte hinzu, er sei bereit, die Kathedrale wieder aufzubauen. Dann tat er aber  so, als hätte er es vergessen. Erst auf dem Totenbett erinnert er sich wieder an die Kathedrale von Lucera, und empfahl seinen Söhnen, sie wieder errichten zu lassen. Allerdings kümmerte weder Konrad noch Manfred die Empfehlung des Vaters.

Auf seinen Spuren

Versetzen wir uns in den Geist Friedrichs II und besuchen wir die Denkmäler, die er in Apulien und in Basilicata errichten ließ: Folgen wir einem Weg, den die zeitgenössische Archäologie gerade erst entdeckt, und dabei bisher unvorstellbare Szenarien zur Tage bringt.

Unser Weg durch das Land Friederichs II beginnt zu Recht in Foggia, Hauptstadt der Capitanata, im Norden Apuliens gelegen, über die Autobahn oder mit dem Zug leicht zu erreichen. Von dort gelangt man in die Provinzen Bari und Brindisi und noch in der Nähe liegen in Richtung Westen die „Vultura von Melfi“ in der Provinz Potenza.

 

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