Tagung des Italienischen Kulturinstituts in Stuttgart über das Werk des Puer Apuliae Friedrich II. und Apulien Wieder einmal geht es um Friedrich II., diese einzigartige Persönlichkeit der mittelalterlichen Geschichte, die immer von neuem ganze Generationen von Gelehrten und Forschern begeistert. Eine interessante Tagung über das Thema "Friedrich II. und Apulien" fand am 11. Mai 2005 in der Universitätsbibliothek in Stuttgart unter der Leitung des hiesigen Italienischen Kulturinstituts statt. Es war so auch die Leiterin des Instituts Frau Dr. Adriana Cuffaro, die Gästen und Referenten gemeinsam mit Bernhard Graf, Leiter der Universitätsbibliothek, den Willkommensgruß erteilte.
Eingeleitet wurde der Abend sodann mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Stürner (Universitätsprofessor und Leiter der Abt. Historische Grundwissenschaften am Historischen Institut der Universität Stuttgart) über "Friedrich II. und Apulien". Wolfgang Stürner ist unter anderem Autor von zwei Buchbänden über Friedrich II.. Band eins aus 1992 hat den Titel "Friedrich II. und die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland" und ist auch in italienischer Übersetzung veröffentlicht worden. Band zwei "Friedrich II. Der Kaiser 1220 – 1250" ist in 2000 erschienen. Es laufen Bemühungen für eine italienische Übersetzung, Näheres aber ist hierzu zurzeit nicht bekannt.
Zu diesen Büchern darf besonders hervorgehoben werden, dass es sich um ein absolut exemplarisches Werk in Zusammenhang mit neuerer Forschung und neu gewonnener Erkenntnisse über den berühmten Staufer handelt. In der Tat hat Stürner in den beiden Bänden viele Lücken gefüllt, die auch in dem einzigartigen Werk über Friedrich II. aus der Feder von Ernst Kantorowicz (Bondi Berlin 1928) offen geblieben sind.
Wolfgang Stürner, fünfundsechzig, eine frisch dynamische Persönlichkeit, ist durch sein Werk als minutiöser Forscher der hier zur Frage stehenden historischen Quellen bekannt, die durch ein komplexes Fußnotensystem eindrucksvoll belegt werden. In etwa 45 Minuten umriss er mit erfrischendem Elan Person, Politik und Historie des Staufers über eine Vortragsart, die das Auditorium in einem Zustand ständig interessierter Aufmerksamkeit beließ. Unterlegt wurde das Ganze durch Diabilder mit Bezug auf Orte und Persönlichkeiten der Zeit. Interessant auch die Auslegung Stürners zu der Tatsache, dass Friedrich sich so ausgesprochen eng an Apulien gebunden fühlte: es war die einzigartige Landschaft gewesen, der er gegenüber jener in Sizilien oder in anderen Regionen der Halbinsel gesehenen den absoluten Vorrang einräumte. Der gesamte Vortrag wurde in einem Kontext genauester Geschichtsforschung beherrscht von der einmaligen geschichtsträchtigen Persönlichkeit Friedrichs II. und dessen, was aus ihm jene überragende Persönlichkeit werden ließ, die schon zu Lebzeiten "Stupor mundi" genannt wurde. Der hierauf folgende Vortrag wurde von Prof. Cosimo Damiano Fonseca vom Istituto Internationale di Studi Federiciani CNR mit dem Thema "Friedrich II. Erbauer von Burgen und Schlössern" bestritten. Fonseca widmete sich umfangreich den Bauten Friedrichs und berichtete ausführlich über die "Provisores castrorum" und "Domus". In einem mit vielen Einzelheiten hierüber angereicherten Vortrag beklagte Fonseca unter anderem die schwerwiegenden Beschädigungen vieler Bauten durch Regenfälle sowie mangelnde Verfügbarkeit hinsichtlich Verhütung und Beseitigung der Schäden. Von besonderer Art waren dann die stark analytisch untermauerten Ausführungen einer Schülergruppe des Ludwig-Uhland-Gymnasiums unter der Leitung von OStR. Martin Kiess. Hierbei ging es um "Castel del Monte als steinernes Abbild einer Planetenkonstellation" sowie – unter vielem anderen - um 3 mit Diapositiven unterlegten Themen: 1) Warum hat das Castel del Monte diese einmalige Form erhalten? 2) Warum wurde es überhaupt erbaut und 3) warum steht es an diesem heute abgelegenen Ort? Nach wie vor unter der Führung von Martin Kiess haben die Schüler versucht, über wissenschaftliche Methodiken, Mathematik, Arithmetik, Astronomie und Astrologie etc. den Castel del Monte-Kode zu entschlüsseln und hierbei ausgesprochen komplexe Sachverhalte vorgetragen. Exakte Grundrissvermessungen z.B. hätten zu gänzlich anderen Ergebnissen als den bisher vorgenommenen esoterischen Erhebungen geführt, dies insbesondere in Hinblick auf die geografische Ausrichtung von Castel del Monte in Zusammenhang mit 8 eng mit dem Schicksal Friedrichs II. verbundenen Orten. Interessenten, die vertiefende Informationen wünschen, können sich wenden an: Ludwig Uhland Gymnasium z.Hdn. OstR Martin Kiess Hahnweidstr. 34 73230 Kirchheim/Teck Tel.: 0049 – 07021 / 5041- 0 www.lug-kirchheim.de - cliccare Unterricht + Seminarfach Copyright ©2005 Waldemar Eistermeier |
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