E s ist inzwischen allerseits bekannt, dass die Kreuzzüge den verschiedensten Zwecken dienten: Handelstechnischen, politischen, sozialen usw., die zu den religiösen hinzukamen.So war es nicht verwunderlich, dass es anlässlich Friedrichs II Kaiserkrönung 1220 durch Papst Honorius III außer zur formellen Verpflichtung und Untertänigkeit seitens des Kaisers der Kirche gegenüber auch zu einem weiteren Versprechen kam:Friedrich II wurde verpflichtet innerhalb kurzer Zeit einen Kreuzzug zu organisieren, um Jerusalem, das zu dem Zeitpunkt bereits seit langem in der Hand der Ungläubigen war, zurückzuerobern. Mit dieser Forderung kam der Pontifex einer konkreten Erwartung der Christenheit nach, aber zur selben Zeit entfernte er Friedrich II, ein gefährlicher Rivale des Papsttums, der mit dem Papst um geistliche und weltliche Macht rang, auch eine ganze Weile aus Europa. Nun hatte Friedrich II aber gar nicht die Absicht, seine eigenen Interessen zu vernachlässigen um sich einem Krieg zu widmen, dessen Wert er nicht erkennen konnte und die außerdem seine Freundschaft mit Siziliens Muselmanen beeinträchtigt hätte. Auf der anderen Seite akzeptierte Honorius III, der ein tiefgläubiger Mann und nachgiebig war, die Vorwände des Kaisers, die Spedition aufzuschieben. Das änderte sich aber schnell, als 1227 Gregor IX Papst wurde: Er war ein willensstarker und entscheidungsfreudiger Pontifex, der dem Kaiser, nachdem er die wiederholten Aufschübe des Kaisers leid war, befahl, noch innerhalb desselben Jahres gen Mittleren Osten zu reisen.
Kreuzzügler, aus einer mittelalterlichen Miniatur
Mitte August war Friedrich bereit, vom Hafen Brindisis aus (Apulien) in See zu stechen. Unmittelbar im Landesinnern Brindisis warteten 42.000 Kreuzzügler unter der sengenden Augustsonne Apuliens auf ihre Einschiffung als – so zumindest kaiserlichen Informationen zufolge – eine plötzlich ausgebrochene Epidemie die Abreise verhinderte. Als Gregor IX die Nachricht erhielt bekam er einen Wutanfall: Er fühlte ich hintergangen und wollte nichts von den hinderlichen Umständen, die die Abreise verhindert hatten wissen. Und so exkommunizierte er kurzerhand den Kaiser und all diejenigen, die am Scheitern des Kreuzzugs beteiligt waren. Friedrich steckte den Schlag erst einmal ein: Auch wenn der Pontifex nicht zur Nachsicht bereit war, entschied er, der Kaiser, dennoch, im darauffolgenden Jahr 1228 in See zu stechen, dann mussten die Schiffe eben auf die päpstliche Segnung verzichten.
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